Schlossmuseum WolfshagenDas Wolfshagener Schloss ist eine der bedeutendsten spätbarocken Bauschöpfungen in der Prignitz und erhebt sich in malerischer Landschaft auf einem Plateau direkt am Ufer der Stepenitz. Die imposante zweigeschossige Zweiflügelanlage entstand zwischen 1771 und 1787 durch einen umfassenden Umbau vorhandener älterer Gebäude, den Albrecht Gottlob Gans Edler Herr zu Putlitz (1741-1806) ausführen ließ. Wolfshagen war bis 1945 die bedeutendste Besitzung der Familie. Nur verschwindend geringe Reste des wertvollen Inventars aus dem Schloß und den übrigen Gutshäusern der Gans Edlen Herren zu Putlitz haben sich nach 1945 bei der Familie erhalten oder den Nachfahren von Flüchtlingsfamilien, die nach Kriegsende in den Gutshäusern untergebracht waren. Teile davon sind hier erstmals zu besichtigen, so u. a. Einzelstücke von Tafelservicen aus dem Schloß Wolfshagen, Porzellan aus Groß Pankow, aus dem Haushalt des Theaterintendanten Gustav zu Putlitz in Retzin oder Bücher des 17. und 18. Jh. aus der 1945 etwa 30.000 Bände umfassenden einstigen Retziner Bibliothek, Sitzmöbel aus dem Gutshaus Laaske und ein Rokoko-Aufsatzsekretär aus dem Gutshaus Retzin. Aus Wolfshagen stammen Gestühlswangen von 1572, das Messing-Taufbecken von 1580 aus der hiesigen Schloßkirche und ein prachtvoller Dielenschrank (um 1730).
Das Museum mit seinen weitgehend originalgetreu eingerichteten historischen Wohnräumen bietet mit teilweise authentischem Interieur (Möbel, Ahnenbilder, Graphik, Porzellan etc.) einen einzigartigen Einblick in die Wohnkultur des märkischen Landadels um 1900.
Die im Westflügel eingerichtete Kapelle erinnert an die 1982 abgerissene Schloßkirche von 1572 und enthält deren originale Ausstattungsstücke. Ein Raum dokumentiert die langjährige Nutzung des Schlosses als Schule (1952-1998), ein weiterer birgt die Ausstellung über das Seddiner Königsgrab (bronzezeitlicher Grabhügel ca. 980 v. Chr., 1899 entdeckt). Im Erdgeschoß befindet sich ein Schloßladen und im alten Eßsaal, der als Putlitz’sche Ahnengalerie gestaltet wurde, werden auch Kaffee-Tafeln und Empfänge angeboten. Im Gartensaal finden Konzerte, Tagungen und standesamtliche Trauungen statt.
Im Obergeschoß wird eine bedeutende Porzellansammlung ausgestellt: Unterglasurblaugemaltes Porzellan, Gebrauchsgeschirr aus vier Jahrhunderten – die Sammlung v. Barsewisch. Diese größte Spezialsammlung mitteleuropäischer Blaumalerei dokumentiert den Übergang von frühen, kostbaren, dem chinesischen Porzellan nachempfundenen Stücken über die umfangreiche Manufakturproduktion nicht nur in Meißen, sondern in ca. 50 anderen europäischen Manufakturen mit weiteren chinesischen und rein europäischen Mustern. Der Übergang zum Alltagsporzellan wird an den Beispielen kleinerer Manufakturen gezeigt, die das wohlfeile Porzellan schließlich in jeden Haushalt brachten. Bei einfachem Gebrauchsporzellan nie ganz außer Mode gekommen, erlebte das Meißener Zwiebelmuster in der zweiten Hälfte des 19. Jh. einen ungeheuren Aufschwung, was neben der Massenproduktion wieder zu künstlerisch anspruchsvollen Formen des Jugendstil und des Art déco führte. nach oben
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AdresseSchloss-Museum Wolfshagen Putlitzer Straße 16 19348 Wolfshagen
Fon: (038 789) 610 63 Fax: (038 789) 904 02
schlosswolfshagen(at)web.de
www.schlossmuseum- wolfshagen.de ÖffnungszeitenApril bis September Dienstag bis Sonntag: 11-17 Uhr
Oktober bis März Mittwoch bis Sonntag: 11-16 Uhr EintrittspreiseErwachsene |
| 5,00 Euro | Ermäßigt |
| 4,00 Euro | Kaffeetafel |
| 5,00 Euro |
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